Wanderrudern ist eine naturverbundene Ausprägung des Rudersports, bei der längere Strecken – oft über mehrere Tage – auf Flüssenund größeren Binnengewässern zurückgelegt werden. Im Flachland sind auch Wanderfahrten in verzweigten Kanalsystemen beliebt.

Morgens am Steg in Zernsdorf Mai 2015
Morgens am Steg in Zernsdorf Mai 2015

Der Sport kam Ende des 19. Jahrhunderts auf und hat speziell in Norddeutschland zahlreiche Anhänger. Viele um die Jahrhundertwende gegründete Vereine hatten das Ziel, im Gegensatz zu vornehmen Ruderklubs auch weniger begüterten Kreisen diese Sportart zu ermöglichen. Neben dem Rudern als erlebnisreichen Volkssport förderten sie insbesondere das Jugend- und Frauenrudern, was oft zu angeregter öffentlicher Debatte führte. Zu den ersten dieser Rudervereine gehörten in der Umgebung Berlins der Märkische Ruderverein (gegründet 1901) und der Ruder-Verein Preußen (1903).

Die Wanderruderei bevorzugt Boote, die breiter als die normalen Wettkampfboote sind, wobei heute faserverstärkte Kunststoffe überwiegen. Typische Wanderboote sind auch mit wasserdichtem Stauraum ausgestattet. Die Ausdehnung der Wanderfahrten über einen Tagesausflug hinaus ermöglicht das Erkunden ganzer Flussläufe, Kanäle und interessanter Uferlandschaften.

Gut trainierten Personen sind flussaufwärts Tagesleistungen von einigen Dutzend km möglich, flussabwärts je nach Strömung bis zu 100 km. Übernachtet wird im Freien, auf Campingplätzen oder in Herbergen.

Den Fahrtenplan für die Wanderfahrten gibt es hier.